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LPT DAC

0mark @ 01.08.2006
Einige Hintergrundinformationen:
Es ist noch gar nicht so lange her, zu Anfang der heeren 90er war es gewesen, da waren Soundkarten für PCs noch teure Luxusartikel. Ein paar Jahre danach sah die Sache schon anders aus. Meine erste Soundkarte, ein mistiges Machwerk von Trust, mono, 8-Bit und 22kHz, kostete schlappe 90DM.
Mit die ersten Bezahlbaren Soundkarten für PCs waren hingegen einfache DA Wandler die am Parallelport angeschlossen wurden. Ob Covox Speech Thing oder Disney Sound Source machte da wenig Unterschied. Und die gab es schon für unter 100$.
Diese Dinger sind aber nun wahrlich keine Wunderwerke der Technik. Mit 9 Widerständen und einem Kondensator ist man schon dabei. Das Prinzip ist einfach: die Widerstandswerte sind in 2er potenzen gewählt, und werden an die 8 Datenleitungen eines Parallelports angeschlossen. Jedes Byte das man darüber rausschickt erzeugt also eine von 256 verschiedenen Spannungen: ein primitiver 8-Bit DA Wandler. Und viele Parallelports hatten schon damals DMA, so war das ganze auch noch flott.
Ein einfacher Filter glättet das Signal, und es kann schon eine recht beachtliche Qualität dabei herumkommen. Mit zwei Ports und zwei solcher Wandler war sogar Stereo möglich. Später gab es verbesserte Versionen, die mit Multiplexern auch Stereo an einem Port erlaubten.
Heute mag das albern erscheinen so etwas zu bauen, aber es bleibt ein wunderbarer Hack. Und wer seinen Nostalgie PC mit allen früher gängigen Soundkarten ausstatten will kommt um solch ein Gerät nicht herum.

D/A Wandler
Stückliste:
* R1 - R8: 640kΩ, 320kΩ, 160kΩ, 80kΩ, 40kΩ, 20kΩ, 10kΩ, 5kΩ
* R9: 360Ω
* C1: 10µF
* 25Pol DSub Setcker
* 3,5mm Klinkenbuchse
Die Widerstandswerte sind nur ein Vorschlag, es reicht wenn die Größenordnung stimmt und immer jeder Wert doppelt so hoch ist wie der nächst niedrige.

Schaltplan:
 

Die Abgriffe 2-9 werden an die entsprechenden Pins des DSub Stecker gelötet (die Pins sind am Stecker nummeriert, meist direkt neben der Lötnase, manchmal auch neben den Steckerbeinchen). Der Abgriff 25 ist Masse, und kann mit einer Abschirmung verbunden werden (z.B. Alufolie).
Da die Ausgangsleistung recht niedrig ist, sollte an den Ausgang (Out) nicht direkt ein Lautsprecher angeschlossen werden. Kopfhörer mit hohen Impedanzen können auch direkt angeschlossen werden, bleiben aber recht leise.

Die gesamte Schaltung findet leicht im Gehäuse des Steckers Platz, die Klinkenbuchse passt prima in die Öffnung für das Kabel:
 
Und es bleibt sogar noch genügend Platz für den Filter.

Filter
Der Filter ist optional, verbessert den Klang aber erheblich.
Stückliste:
* R1 400Ω
* C1: 22µF
* C2,3: 0.15µF
* R1: 22mH
Der gesamte Filter wird gegen den 360Ω Wiederstand R9 aus der DAC Schaltung getauscht.

Schaltplan:
 
Und immer brav auf die richtige Polung achten :)

Und so sieht es aus wenn man das ganze mal geigelt ausprobiert ;)